fdm keramik 3d druck: Wie funktioniert das Drucken von Keramik?

fdm keramik 3d druck: Wie funktioniert das Drucken von Keramik?

Autor: 3D-Drucken Redaktion

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Kategorie: Grundlagen & Technik

Zusammenfassung: Die FDM-Technologie im keramischen 3D-Druck nutzt thermoplastische Filamente aus Ton und Polymer, um kosteneffiziente und flexible Keramikobjekte zu erstellen, erfordert jedoch präzise Materialauswahl und Nachbearbeitung. Trotz Herausforderungen entwickelt sich die Technologie weiter und eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie.

FDM-Technologie im keramischen 3D-Druck

Die Fused Deposition Modeling (FDM)-Technologie hat sich als eine der am weitesten verbreiteten Methoden im 3D-Druck etabliert, insbesondere für keramische Anwendungen. Bei diesem Verfahren wird ein thermoplastisches Material schichtweise extrudiert, um dreidimensionale Objekte zu erstellen. Im Kontext des keramischen 3D-Drucks wird diese Technik jedoch an die besonderen Eigenschaften und Anforderungen keramischer Materialien angepasst.

Im FDM-Prozess für Keramik wird typischerweise ein keramisches Filament verwendet, das aus einer Mischung aus Ton und Polymer besteht. Dieses Filament wird erhitzt und durch eine Düse extrudiert, wobei die Schichten aufeinander aufgebaut werden. Die Polymere dienen dabei als Bindemittel, die nach dem Druckprozess entfernt werden müssen. Dies geschieht in einem speziellen Debindungsprozess, gefolgt von der Sinterung, um die endgültige Keramikstruktur zu erreichen.

Einige der Vorteile der FDM-Technologie im keramischen Druck umfassen:

  • Kosteneffizienz: FDM-Drucker sind im Vergleich zu anderen Technologien, wie etwa der Stereolithographie, oft kostengünstiger und einfacher in der Handhabung.
  • Flexibilität: Die FDM-Technologie erlaubt die Verwendung verschiedener keramischer Materialien, was zu einer breiten Palette von Anwendungen führt, von künstlerischen bis hin zu industriellen Produkten.
  • Einfachheit der Nachbearbeitung: Der Prozess der Debindung und Sinterung kann relativ einfach gestaltet werden, um die gewünschten Eigenschaften der finalen Keramikteile zu erzielen.

Dennoch gibt es Herausforderungen, die beim keramischen FDM-Druck beachtet werden müssen. Dazu gehören die Auswahl geeigneter Filamente, die Optimierung der Druckparameter und die Notwendigkeit, die Nachbearbeitungsprozesse genau zu steuern, um Defekte in den Endprodukten zu vermeiden. Trotz dieser Herausforderungen entwickelt sich die FDM-Technologie rasant weiter und eröffnet neue Möglichkeiten für den keramischen 3D-Druck.

Materialien für den keramischen FDM-Druck

Im keramischen FDM-Druck spielen die verwendeten Materialien eine entscheidende Rolle für die Qualität und die Eigenschaften der Endprodukte. Die Auswahl der richtigen Materialien beeinflusst nicht nur den Druckprozess, sondern auch die mechanischen und ästhetischen Eigenschaften der gefertigten Teile. Hier sind die gängigsten Materialien, die im keramischen FDM-Druck verwendet werden:

  • Keramische Filamente: Diese bestehen aus einer Mischung von Ton und Polymer. Sie bieten die notwendige Flexibilität und Verarbeitbarkeit während des Druckens. Zu den häufig verwendeten keramischen Filamenten gehören:
    • Alumina: Bekannt für ihre hohe Härte und Temperaturbeständigkeit, wird Alumina häufig in technischen Anwendungen eingesetzt.
    • Zirkoniumdioxid: Dieses Material zeichnet sich durch hohe Festigkeit und Zähigkeit aus und ist ideal für Anwendungen, die hohe Belastungen erfordern.
  • Polymere: Polymere dienen als Bindemittel im Druckprozess. Sie sind temporär und werden nach dem Druckprozess durch Debindung entfernt. Häufig verwendete Polymere sind:
    • PLA (Polylactide): Ein biologisch abbaubares Polymer, das oft in der Druckvorbereitung eingesetzt wird.
    • ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol): Ein robuster Kunststoff, der für seine Schlagfestigkeit bekannt ist.
  • Zusatzstoffe: Um die Eigenschaften der keramischen Filamente zu verbessern, können verschiedene Zusatzstoffe eingesetzt werden. Diese können die Fließfähigkeit, die Haftung zwischen den Schichten und die thermischen Eigenschaften verbessern. Beispiele sind:
    • Farbstoffe: Für ästhetische Anpassungen und visuelle Effekte.
    • Verstärkungsstoffe: Materialien wie Glas- oder Kohlefaser, die die Festigkeit und Steifigkeit erhöhen.

Die Kombination dieser Materialien ermöglicht es, eine Vielzahl von Eigenschaften zu erzielen, die für spezifische Anwendungen erforderlich sind. Die Forschung im Bereich keramischer FDM-Druckmaterialien entwickelt sich ständig weiter, um noch leistungsfähigere und anpassbare Lösungen zu bieten. Zukünftige Entwicklungen könnten neue Materialkombinationen und innovative Filamenttechnologien umfassen, die die Möglichkeiten des keramischen 3D-Drucks erheblich erweitern.

Vor- und Nachteile des keramischen FDM-Drucks

Vorteile Nachteile
Kosteneffizienz bei Kleinserien und Prototypen Materialfeuchtigkeit kann Druckqualität beeinträchtigen
Hohe Designfreiheit für komplexe Geometrien Haftungsprobleme zwischen Schichten möglich
Schnelle Umsetzung von Ideen in Prototypen Komplexität in der Nachbearbeitung (Debindung und Sinterung)
Vielseitig einsetzbar in verschiedenen Industrien Geometrische Einschränkungen bei feinen Details
Weniger Werkzeugaufwand im Vergleich zu traditionellen Methoden Kosten für hochwertige Materialien und Drucker
Hohe Präzision in der Fertigung Optimierung der Druckparameter ist notwendig

Vorbereitung des Druckmaterials

Die Vorbereitung des Druckmaterials ist ein entscheidender Schritt im keramischen FDM-Druckprozess, da sie die Grundlage für die Qualität und die Eigenschaften der hergestellten Teile bildet. Eine sorgfältige Vorbereitung sorgt dafür, dass das Filament die gewünschten mechanischen Eigenschaften und die richtige Verarbeitbarkeit aufweist. Hier sind die wesentlichen Schritte zur Vorbereitung des Druckmaterials:

  • Materialauswahl: Wählen Sie das passende keramische Filament aus, das Ihren spezifischen Anforderungen entspricht. Berücksichtigen Sie dabei Faktoren wie Festigkeit, Temperaturbeständigkeit und spezifische Anwendungen.
  • Filamentlagerung: Lagern Sie das Filament an einem trockenen und kühlen Ort, um Feuchtigkeitsaufnahme zu vermeiden. Feuchtigkeit kann die Druckqualität negativ beeinflussen und zu Problemen während des Druckprozesses führen.
  • Vorbereitung des Druckkopfes: Stellen Sie sicher, dass der Druckkopf sauber und frei von Rückständen ist. Rückstände vom vorherigen Druck können die Qualität des neuen Drucks beeinträchtigen. Reinigen Sie die Düse bei Bedarf gründlich.
  • Temperaturkontrolle: Überprüfen Sie die empfohlenen Drucktemperaturen für das gewählte Filament. Eine korrekte Temperatur ist entscheidend für die Haftung der Schichten und die Gesamtqualität des Drucks.
  • Druckparameter anpassen: Passen Sie die Druckgeschwindigkeit, Schichtdicke und andere relevante Parameter in der Drucksoftware an. Diese Einstellungen hängen von dem verwendeten Filament und der Geometrie des Objekts ab.

Zusätzlich zur technischen Vorbereitung ist es wichtig, eine gute Dokumentation über die Materialeigenschaften und -verhalten zu führen. Dies erleichtert die Optimierung zukünftiger Drucke und verbessert die Effizienz des gesamten Prozesses. Indem Sie diese Schritte befolgen, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, qualitativ hochwertige keramische Teile mit dem FDM-Druckverfahren zu erstellen.

Druckprozess im Detail

Der Druckprozess im keramischen FDM-Druck beinhaltet mehrere wichtige Schritte, die präzise durchgeführt werden müssen, um hochwertige keramische Teile zu produzieren. Hier ist eine detaillierte Übersicht über die einzelnen Phasen des Prozesses:

  • Erwärmung des Filaments: Zu Beginn wird das keramische Filament auf die erforderliche Extrusionstemperatur erhitzt. Diese Temperatur ist entscheidend, da sie sicherstellt, dass das Material ausreichend geschmolzen wird, um durch die Düse zu fließen und eine gleichmäßige Schichtbildung zu ermöglichen.
  • Extrusion: Das erhitzte Material wird durch die Düse des Druckkopfes extrudiert. Hierbei ist es wichtig, dass die Geschwindigkeit der Extrusion genau kontrolliert wird, um eine gleichmäßige Materialabgabe zu gewährleisten. Eine zu hohe Geschwindigkeit kann zu Unterextrusion führen, während eine zu niedrige Geschwindigkeit Überextrusion verursachen kann.
  • Schichtaufbau: Während des Druckvorgangs wird das Material schichtweise aufgetragen. Jede Schicht haftet an der darunterliegenden, was eine solide Struktur bildet. Die Schichtdicke kann je nach Anwendung und gewünschtem Detailgrad variiert werden. Dünnere Schichten bieten eine höhere Detailgenauigkeit, während dickere Schichten den Druckprozess beschleunigen.
  • Kühlung: Nach dem Drucken jeder Schicht ist es wichtig, dass das Material ausreichend abkühlt, um Verformungen zu vermeiden. Eine kontrollierte Kühlung trägt dazu bei, dass die Struktur stabil bleibt und die mechanischen Eigenschaften des Endprodukts optimiert werden.
  • Debindungsprozess: Nach Abschluss des Drucks muss das Polymer, das als Bindemittel diente, entfernt werden. Dieser Schritt erfolgt in der Regel in einem speziellen Ofen, der die Temperatur kontrolliert erhöht, um das Polymer zu verbrennen oder zu verdampfen, ohne die keramische Struktur zu schädigen.
  • Sinterung: Der letzte Schritt im Druckprozess ist die Sinterung. Hierbei wird das keramische Material auf eine hohe Temperatur erhitzt, um die Partikel zu verbinden und die Dichte des Endprodukts zu erhöhen. Dieser Prozess ist entscheidend für die endgültigen mechanischen Eigenschaften und die Haltbarkeit der keramischen Teile.

Jeder dieser Schritte erfordert präzise Kontrolle und Optimierung, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Der Erfolg des keramischen FDM-Drucks hängt nicht nur von der verwendeten Technologie ab, sondern auch von der sorgfältigen Durchführung dieser Prozessschritte. Ein gut abgestimmter Druckprozess kann dazu führen, dass die gefertigten Teile sowohl in der Funktionalität als auch in der Ästhetik überzeugen.

Nachbearbeitung von keramischen Druckobjekten

Die Nachbearbeitung von keramischen Druckobjekten ist ein entscheidender Schritt, um die gewünschten Eigenschaften und die Ästhetik der Endprodukte zu erreichen. Dieser Prozess umfasst mehrere Phasen, die darauf abzielen, die Druckqualität zu verbessern und die mechanischen Eigenschaften zu optimieren. Hier sind die wichtigsten Schritte der Nachbearbeitung:

  • Debindung: Nach dem Druck müssen die im Filament enthaltenen Polymere entfernt werden. Dies erfolgt in einem speziellen Ofen, der kontrollierte Temperaturen verwendet, um das Polymer zu verbrennen oder zu verdampfen, ohne die keramische Struktur zu schädigen. Eine sorgfältige Durchführung dieses Prozesses ist wichtig, um Risse oder Verformungen zu vermeiden.
  • Sinterung: Nach der Debindung wird das keramische Objekt einem Sinterprozess unterzogen. Hierbei wird die Temperatur erhöht, um die keramischen Partikel miteinander zu verbinden. Dieser Schritt ist entscheidend, um die Dichte und Festigkeit des Materials zu erhöhen. Die Sintertemperatur und -dauer hängen von der spezifischen Keramikart ab.
  • Oberflächenbearbeitung: Um die Oberfläche der gedruckten Teile zu glätten oder zu veredeln, können verschiedene Techniken eingesetzt werden. Dazu gehören Schleifen, Polieren oder das Auftragen von Beschichtungen. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die Ästhetik, sondern können auch die Funktionalität der Teile erhöhen, indem sie z.B. die Abriebfestigkeit erhöhen.
  • Farbgebung: Für Anwendungen, bei denen das Erscheinungsbild von Bedeutung ist, können keramische Objekte nach dem Sinterprozess gefärbt oder glasiert werden. Dies kann durch spezielle keramische Farben oder Glasuren geschehen, die sowohl dekorative als auch schützende Funktionen bieten.
  • Qualitätskontrolle: Nach der Nachbearbeitung ist eine umfassende Qualitätskontrolle unerlässlich. Hierbei werden die Teile auf mögliche Defekte, Maßhaltigkeit und die gewünschten mechanischen Eigenschaften überprüft. Tests wie Biegefestigkeit oder Schlagzähigkeit können durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Teile den Anforderungen entsprechen.

Die Nachbearbeitung erfordert präzise Planung und Ausführung, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Je nach Anwendung können die spezifischen Schritte variieren, aber das Ziel bleibt dasselbe: die Herstellung von hochwertigen, funktionalen keramischen Teilen, die den Erwartungen der Anwender gerecht werden.

Anwendungen des keramischen FDM-Drucks

Der keramische FDM-Druck eröffnet eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Industrien und Bereichen. Die Vielseitigkeit der keramischen Materialien und die präzisen Drucktechniken ermöglichen innovative Lösungen. Hier sind einige der wichtigsten Anwendungen:

  • Halbleiterindustrie: Keramische Komponenten werden häufig in der Halbleiterfertigung eingesetzt, insbesondere für Isolatoren und Trägermaterialien, die hohe Temperaturen und chemische Beständigkeit erfordern.
  • Biomedizin: In der Medizintechnik finden keramische Materialien Anwendung für Implantate, Zahnprothesen und andere biokompatible Geräte. Ihre hohen mechanischen Eigenschaften und Biokompatibilität machen sie ideal für diese Anwendungen.
  • Verschleißteile und Werkzeuge: Keramische Teile sind aufgrund ihrer Härte und Abriebfestigkeit in der Fertigung von Werkzeugen und Verschleißteilen von großem Interesse. Sie finden Anwendung in Maschinen, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.
  • Fluidmanagement: Keramische Komponenten werden in Pumpen, Ventilen und Filtern eingesetzt, die für die Handhabung von Flüssigkeiten und Gasen in anspruchsvollen Umgebungen entwickelt wurden. Ihre chemische Beständigkeit ist hierbei ein entscheidender Vorteil.
  • Luft- und Raumfahrt: In der Luft- und Raumfahrtindustrie werden keramische Materialien wegen ihrer hohen Temperaturbeständigkeit und geringen Dichte geschätzt. Sie werden in Triebwerken, Hitzeschildern und anderen kritischen Komponenten eingesetzt.
  • Uhren- und Schmuckherstellung: Keramiken finden auch in der Luxusgüterindustrie Anwendung. Durch den 3D-Druck können komplexe Designs realisiert werden, die in der traditionellen Fertigung schwierig zu erzeugen wären.
  • Energiespeicherung: Keramische Materialien werden in der Entwicklung von Hochtemperatur-Batterien und Brennstoffzellen verwendet, wo sie aufgrund ihrer elektrischen Isolierung und thermischen Stabilität von Vorteil sind.

Die Anwendungen des keramischen FDM-Drucks sind äußerst vielfältig und entwickeln sich ständig weiter. Neue Forschung und technologische Fortschritte führen dazu, dass keramische Materialien in immer mehr Bereichen eingesetzt werden, was das Potenzial dieser Technologie weiter erhöht.

Vorteile des keramischen FDM-Drucks

Der keramische FDM-Druck bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die ihn zu einer attraktiven Option für verschiedene Anwendungen machen. Diese Vorteile tragen dazu bei, dass der keramische 3D-Druck in vielen Branchen an Popularität gewinnt. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile:

  • Kosteneffizienz: Im Vergleich zu traditionellen Fertigungsmethoden ermöglicht der keramische FDM-Druck eine kostengünstige Produktion, insbesondere bei Kleinserien und Prototypen. Die reduzierte Materialverschwendung und die geringeren Produktionskosten machen diesen Ansatz wirtschaftlich attraktiv.
  • Designfreiheit: Der FDM-Druck erlaubt die Herstellung komplexer Geometrien und Designs, die mit herkömmlichen Methoden nur schwer oder gar nicht umsetzbar wären. Diese Flexibilität eröffnet neue Möglichkeiten für kreative Anwendungen und maßgeschneiderte Produkte.
  • Schnelligkeit: Der keramische FDM-Druck ermöglicht eine schnelle Umsetzung von Ideen in physische Prototypen. Dies ist besonders wichtig in der Produktentwicklung, wo schnelles Feedback und Anpassungen entscheidend sind.
  • Nachhaltigkeit: Viele keramische Materialien, die im FDM-Druck verwendet werden, sind umweltfreundlich und biologisch abbaubar. Dies trägt zur Reduzierung der Umweltauswirkungen der Fertigung bei und fördert nachhaltige Produktionspraktiken.
  • Vielseitigkeit: Der keramische FDM-Druck kann für eine breite Palette von Anwendungen in verschiedenen Industrien eingesetzt werden, von der Biomedizin bis zur Luft- und Raumfahrt. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einer wertvollen Technologie für viele Unternehmen.
  • Weniger Werkzeugaufwand: Im Gegensatz zu traditionellen Herstellungsverfahren erfordert der keramische FDM-Druck weniger spezialisierte Werkzeuge und Vorrichtungen. Dies reduziert die Vorlaufkosten und ermöglicht eine schnellere Anpassung an sich ändernde Produktionsanforderungen.
  • Hohe Präzision: Mit modernen FDM-Druckern können hochpräzise Teile hergestellt werden, die strengen Toleranzen entsprechen. Dies ist besonders wichtig in technischen Anwendungen, wo exakte Maße und Passgenauigkeit entscheidend sind.

Die Kombination dieser Vorteile macht den keramischen FDM-Druck zu einer revolutionären Technologie in der additiven Fertigung. Unternehmen, die diese Technologie nutzen, können nicht nur ihre Produktionsprozesse optimieren, sondern auch innovative Produkte entwickeln, die den Anforderungen des Marktes gerecht werden.

Herausforderungen und Lösungen im keramischen FDM-Druck

Der keramische FDM-Druck bietet viele Möglichkeiten, bringt jedoch auch spezifische Herausforderungen mit sich. Diese Herausforderungen können den Druckprozess, die Qualität der Endprodukte und die Wirtschaftlichkeit der Produktion beeinflussen. Hier sind einige der häufigsten Herausforderungen und mögliche Lösungen:

  • Materialfeuchtigkeit: Keramische Filamente sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit, die die Druckqualität beeinträchtigen kann.
    Lösung: Vor der Verwendung sollte das Filament in einem speziellen Trockenschrank gelagert werden, um die Feuchtigkeit zu reduzieren. Zusätzlich kann die Verwendung von hygroskopischen Trockenmitteln in der Lagerung helfen.
  • Haftung zwischen den Schichten: Eine unzureichende Haftung kann zu Delamination oder Rissen im Druck führen.
    Lösung: Die Anpassung der Drucktemperatur und der Geschwindigkeit kann helfen, die Haftung zu verbessern. Auch die Verwendung von speziellen Haftmitteln oder einem geeigneten Druckbett kann die Schichtverbindung optimieren.
  • Nachbearbeitungskomplexität: Der Prozess der Debindung und Sinterung kann kompliziert sein und erfordert präzise Temperaturkontrollen.
    Lösung: Der Einsatz moderner Öfen mit genauem Temperaturmanagement und Überwachungssystemen kann helfen, die Nachbearbeitung zu optimieren und Fehler zu minimieren.
  • Geometrische Einschränkungen: Komplexe Designs können Herausforderungen beim Drucken darstellen, insbesondere bei Überhängen oder sehr feinen Details.
    Lösung: Die Verwendung von unterstützenden Strukturen während des Drucks kann helfen, komplexe Geometrien zu realisieren. Diese Stützen sollten jedoch so konzipiert sein, dass sie leicht entfernt werden können.
  • Kosten für Material und Ausrüstung: Hochwertige keramische Materialien und spezialisierte Drucker können kostspielig sein.
    Lösung: Eine sorgfältige Analyse der Produktionsanforderungen und das Testen verschiedener Materialien kann helfen, kosteneffiziente Alternativen zu finden. Auch die Investition in Multi-Material-Drucker kann langfristig Kosten sparen, indem sie die Flexibilität erhöhen.

Durch proaktive Maßnahmen und kontinuierliche Forschung können viele dieser Herausforderungen überwunden werden. Unternehmen, die im keramischen FDM-Druck tätig sind, sollten stets bestrebt sein, ihre Prozesse zu optimieren und innovative Lösungen zu entwickeln, um die Effizienz und Qualität ihrer Produkte zu steigern.

Zukunftsperspektiven des keramischen FDM-Drucks

Die Zukunft des keramischen FDM-Drucks sieht vielversprechend aus, da ständig neue Technologien und Materialien entwickelt werden, die das Potenzial dieser innovativen Fertigungsmethode erweitern. Im Folgenden werden einige der vielversprechendsten Trends und Entwicklungen skizziert:

  • Erweiterte Materialvielfalt: Die Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer keramischer Filamente mit verbesserten Eigenschaften, wie z.B. höhere Zähigkeit oder verbesserte thermische Stabilität. Dies könnte die Einsatzmöglichkeiten des keramischen FDM-Drucks in spezialisierten Anwendungen, wie in der Luft- und Raumfahrt oder der Biomedizin, erheblich erweitern.
  • Integration von Smart Materials: Die Kombination von keramischen Materialien mit intelligenten Funktionen, wie z.B. Sensorik oder Aktorik, eröffnet neue Anwendungsmöglichkeiten. Solche Materialien könnten in der Medizintechnik oder im Bauwesen eingesetzt werden, um innovative Lösungen zu schaffen.
  • Automatisierung und Digitalisierung: Die Implementierung von Automatisierungstechnologien und digitalen Plattformen wird die Effizienz und Flexibilität des keramischen FDM-Drucks erhöhen. Dies könnte die Einführung von Industrie 4.0-Prinzipien in die keramische Fertigung fördern, was zu einer optimierten Produktionsplanung und -steuerung führen würde.
  • Nachhaltige Produktionsmethoden: Der Trend zu umweltfreundlichen Materialien und Prozessen wird auch im keramischen FDM-Druck immer wichtiger. Unternehmen werden zunehmend nach Lösungen suchen, die den ökologischen Fußabdruck reduzieren, sei es durch die Verwendung von recycelten Materialien oder durch energieeffiziente Drucktechniken.
  • Personalisierung und maßgeschneiderte Produkte: Die Möglichkeit, individuelle Designs und maßgeschneiderte Lösungen schnell und kostengünstig zu produzieren, wird den keramischen FDM-Druck in Bereichen wie Schmuckherstellung, Kunst und Architektur populär machen. Dies könnte zu einer verstärkten Nachfrage nach personalisierten keramischen Produkten führen.
  • Erweiterte Anwendungen in der Industrie: Neue Einsatzmöglichkeiten in der Automobilindustrie, im Maschinenbau und in der Elektrotechnik sind zu erwarten. Der keramische FDM-Druck könnte zur Herstellung von Prototypen und funktionalen Bauteilen beitragen, die spezifische Anforderungen erfüllen.

Insgesamt wird der keramische FDM-Druck durch technologische Innovationen, die Anpassung an spezifische Marktbedürfnisse und das Streben nach Nachhaltigkeit geprägt sein. Diese Entwicklungen werden es ermöglichen, die Vorteile des keramischen Drucks weiter auszuschöpfen und neue Märkte zu erschließen, was zu einem anhaltenden Wachstum in diesem Bereich führen dürfte.